Aufgrund der andauernden Verdaungstrackt-und-Indien-Problematik sitzt die Freiwillige, die offiziell nur Besucherin ist, an diesem Nachmittag im Zimmer, dankbar, dass kein Powerbreak den Deckenventilator außer Gefecht setzt und gewiss, dass der Toaster die Schonkost köstlich zubereitet. Nachteilig bedenkend, dass die Bethesdabewohnerinnen an jenem Nachmittag keine Hape K. Immitation hören werden und dass E., eine begnadete, des Englischen mächtige, bettlägerige, von Depressionen beeinträchtigte, schöne Frau, heute keinen Grund hat, ihre Kassetten noch einmal zu hören, freut sie sich über alle zu beantwortenden Mails.
E. bescherte mir den ersten wirklichen gulps Moment, als sie in ihrem Bett liegend ein Lied sang, in dem sie Jesus einlud, in ihr Herz zu kommen und dort zu bleiben, das durch E.s hohe, schöne, und dennoch schwache Stimme nur an Kraft gewann.[gulps; eng. onomatopoetischer Comicideom für betroffenes Schlucken]
Ich gebe zu, dass ich mich hier sehr wohl fühle und die Herausforderung, eine neue Sprache und eine Silbenschrift zu lernen, mich jeden Tag antreibt. Nichts desto weniger bleibt eine Sprachbarriere, die auffallend selten mit Zeichen gelöst werden kann: Da so gut wie jedes zweite Kind eine Atemwegserkrankung hat, sollten die Becher, mit denen sie trinken vor dem Kindswechsel gewaschen werden. Meine beschränkte Auffassungsgabe genüt meist jedoch nur, um eine nicht aufgeschriebene Vokabel im Kopf zu behalten und so ist es mir möglich, einem Kind zu befehlen, den Becher zu waschen. Dieses ist leider völlig unmöglich, nachdem ich zu erst erfragt, was “Hol dir einen Becher!” heißt, dann angwandt und schließlich triumphierend drei neue Becher mit dem abgekochten Wasser gefüllt habe. Um die Ecke zum Waschbecken auf Kinderhöhe [Mein Partenkind würde sich wie im 7. Himmel fühlen] zu zeigen, bereitet doch einige Schwierigkeiten und die Ecke, die Wasserbehälter und Becheraufbewahrungsort von einander trennen, ist bei zehn vor einem stehenden Knirpse auch irgendwie unüberwindlich. Zu dem gewinnt die Sprachbarriere an breite, wenn sich die knuddeligen Dinger über mein Tamil lustig machen. Es verdient natürlich ein paar Freundenschreie, dass sie alles, was man laut genug sagt, nachplappern – schließlich lässt sich ein englisches Alphabet so am leichtesten lernen und nicht nur das, auch Klatschspiele! – aber ein “Setz dich hin [Utkar!!!]” ist in den seltensten Fällen, um nicht zu sagen nur bei uns dummen Deutschen als Wiederhohlungsaufforderung gemeint... Von Vorteil ist es dennoch, denn trotz meiner strengen Maske á la Folchoch [Franz. Literatur ist empfehlenswert, wenn man diese Anspielung verstehen will - die DVD steht in meinem Regel], die zur Essenszeit von Nöten ist, kann ich mich doch keiner Kuscheleinheit am Abend erwehren, bei der die liebe Nathini gern und schön alles nachsagt, was ich ihr Deutsches ins Ohr flüstere. Dazu muss man sagen, dass das Tamil der deutschen Aussprache wesentlich näher ist als zB der englischen.
Ich gebe zu, dass ich mich hier sehr wohl fühle und die Herausforderung, eine neue Sprache und eine Silbenschrift zu lernen, mich jeden Tag antreibt. Nichts desto weniger bleibt eine Sprachbarriere, die auffallend selten mit Zeichen gelöst werden kann: Da so gut wie jedes zweite Kind eine Atemwegserkrankung hat, sollten die Becher, mit denen sie trinken vor dem Kindswechsel gewaschen werden. Meine beschränkte Auffassungsgabe genüt meist jedoch nur, um eine nicht aufgeschriebene Vokabel im Kopf zu behalten und so ist es mir möglich, einem Kind zu befehlen, den Becher zu waschen. Dieses ist leider völlig unmöglich, nachdem ich zu erst erfragt, was “Hol dir einen Becher!” heißt, dann angwandt und schließlich triumphierend drei neue Becher mit dem abgekochten Wasser gefüllt habe. Um die Ecke zum Waschbecken auf Kinderhöhe [Mein Partenkind würde sich wie im 7. Himmel fühlen] zu zeigen, bereitet doch einige Schwierigkeiten und die Ecke, die Wasserbehälter und Becheraufbewahrungsort von einander trennen, ist bei zehn vor einem stehenden Knirpse auch irgendwie unüberwindlich. Zu dem gewinnt die Sprachbarriere an breite, wenn sich die knuddeligen Dinger über mein Tamil lustig machen. Es verdient natürlich ein paar Freundenschreie, dass sie alles, was man laut genug sagt, nachplappern – schließlich lässt sich ein englisches Alphabet so am leichtesten lernen und nicht nur das, auch Klatschspiele! – aber ein “Setz dich hin [Utkar!!!]” ist in den seltensten Fällen, um nicht zu sagen nur bei uns dummen Deutschen als Wiederhohlungsaufforderung gemeint... Von Vorteil ist es dennoch, denn trotz meiner strengen Maske á la Folchoch [Franz. Literatur ist empfehlenswert, wenn man diese Anspielung verstehen will - die DVD steht in meinem Regel], die zur Essenszeit von Nöten ist, kann ich mich doch keiner Kuscheleinheit am Abend erwehren, bei der die liebe Nathini gern und schön alles nachsagt, was ich ihr Deutsches ins Ohr flüstere. Dazu muss man sagen, dass das Tamil der deutschen Aussprache wesentlich näher ist als zB der englischen.
Im Bethesda ist die Sprachbarriere kaum Vorhanden! Einmal, weil D. und R. des Englischen mächtig sind, zwei vitale Damen, die meinen “Classes” [zu Deutsch: wir sitzen im Kreis, spielen Ball, ich rufe “Hurrle(man denke an Hurrtz)” und oder oder ich lerne Tamillieder] zum Großteil beiwohnen und, weil sich ausnahmslos jeder über meine tamilische Version von “How are you” [Ningal diaparin irkingää] freut und ihre Lieblingsfrage: “Hast du schon gegessen” [Saptinglaa] auch per Zeichensprache eindeutig ist.
Langsam aber stetig lernden überwinde ich step by step das, was in den ersten Tagen so unüberwindlich schein, gewiss, dass ich auch wenn ich lesen kann, die 15 Minuten-Kniegebete nicht den 15-Minuten-eng.-Bibel-lesen vorziehen werde; jeden morgen um 8.
Keep up with God, or whatever you worship!
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